„Wir schaffen es nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft“
Diese gaben von der ersten Sekunde alles und sorgten für Heimspiel-Atmosphäre. „Das war eine große Freude und Hilfe“, bedankte sich Ralf Bader und fügte in Richtung des eigenen Fanblocks an: „Wahnsinn, wie ihr die A81 hoch und runterfahrt und uns den Rücken stärkt. Wir schaffen es nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft. Jeder, der ein Trikot anhat, gehört dazu. Und das waren viele.“ Unter den Augen des gut gefüllten Fanblockes und ohne Tim Enninghorst, Jannik Hohlweg, Jonas Hadlich und Luca Schwormstede war von der ersten Minute an Feuer im Spiel und der Wille auf beiden Seiten deutlich erkennbar, unbedingt die ersten Punkte der Saison erspielen zu wollen.
Hartes Stück Arbeit
Nach einem ausgeglichenen Beginn konnte sich Konstanz nach einer Viertelstunde erstmals etwas absetzen und drei Tore zwischen sich und Gegner bringen (7:4). „Es war ein hartes Stück Arbeit“, konstatierte Bader. Vor allem, weil seine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft sich für eine, so der HSG-Coach, „überragende Abwehrarbeit“ nicht belohnen konnte. Insbesondere die Chancenverwertung wurde zum großen Sorgenkind, das die Gelb-Blauen einen höheren Vorsprung kostete und Bittenfeld immer wieder zurück ins Spiel brachte. Der bundesligaerfahrene Schlussmann Nick Lehmann knöpfte den Konstanzern immer wieder selbst klarste freie Chancen ab. Unruhe ins Spiel der Gäste brachte zudem die Umstellung des Stuttgarter Erstliga-Nachwuchses auf den siebten Feldspieler. Dieser spielte die Überzahl im Angriff sehr geduldig bis zur freien Abschlussposition durch. So verkürzte Mika Schweikhart kurz vor dem Gang in die Kabine auf 13:14.
Wechselbad der Gefühle
Für Bader zu wenig angesichts der gefühlten Überlegenheit. In der Halbzeit stellte er die Abwehrformation um und hatte damit Erfolg. Zusehends bekam die HSG wieder Zugriff in der Deckung, kam zu einigen Ballgewinnen und bestrafte die Herausnahme des Torwarts auf der anderen Seite mit einigen Treffern ins leere TVB-Tor. Torwart Adam Studentkowski stellte auf 18:15 für Konstanz, Shooter Lars Michelberger legte zum 19:15 nach 38 Zeigerumdrehungen nach. Als Janne Pietrusky nach rund einer Dreiviertelstunde zweimal den Vorteil auf fünf Umläufe erhöhte, schienen seine Farben endgültig auf dem Weg zum Auswärtssieg. „Doch dann wurde es wild“, erklärte Bader und konnte dies im Nachgang mit einem Lächeln im Gesicht tun. Die mangelhafte Verwertung der eigenen freien Abschlüsse ließ Bittenfeld noch einmal an eine Aufholjagd glauben. Zwei Siebenmeter und ein Tor von Stefan Schwaderer erhöhten zehn Minuten vor Ultimo den Druck (22:23). Die Konstanzer Fans durchlitten nun ein Wechselbad der Gefühle. Nach dem 26:23 von Michelberger sieben Minuten vor dem Ende obenauf, begann das Zittern nach dem 26:26-Ausgleich in Konstanzer Unterzahl von Luca Eckert nach 55 Spielminuten erneut. Es folgte die Führung durch Pietrusky sowie ein vergebener Siebenmeter von Michelberger. Zwei Fouls brachten die Gastgeber schließlich in doppelte Unterzahl – und die HSG griff zu. Jan Stotten im zweiten Versuch und Aron Czako ins leere Tor machten den Deckel drauf, nachdem der eingewechselte Konstantin Pauli bei seiner Rückkehr auf das Spielfeld nach längerer Verletzungspause mit einigen wichtigen Paraden Schlimmeres verhindert hatte.
Arbeitssieg als Basis für die nächsten Wochen
„Wir haben eine super Abwehr gespielt, machen den Ball aber nicht rein“, sagte Bader. „Der Gegner hat alles versucht, wir haben mit absoluter Willenskraft dagegengehalten und kühlen Kopf bewahrt.“ Mit Blick auf die kommenden Wochen forderte er ein, dass „wir besser mit unseren Chancen umgehen. Das muss ich von jedem erwarten, der auf diesem Niveau gut sein möchte.“ Schließlich gab es den ersehnten, wichtigen ersten doppelten Punktgewinn, der weiteren Rückenwind für das Auswärtsspiel am Samstag in Regensburg geben soll. „Emotion und Kampfkraft haben absolut gestimmt“, lobte Bader. „Am Ende war es ein verdienter Arbeitssieg, der die Basis für die nächsten Wochen sein soll.“ Er ist zudem Bestätigung der positiven Entwicklung mit Start der Vorbereitung und gebe Gewissheit, dass „wir in der Spur sind, gut verteidigen und angreifen können“, so der Trainer. Befreiend für den Kopf könne dieses Erfolgserlebnis sein, Sicherheit geben, wo man steht. Auch sein Gegenüber gratulierte zum „verdienten Sieg. Ich kann meinen Jungs nichts vorwerfen, über 60 Minuten geht es aber völlig in Ordnung, dass Konstanz die zwei Punkte mitnimmt.“ Nach dem Spiel bei Aufsteiger Regensburg darf die HSG am 26. September dann auch das erste Mal in der Schänzle-Hölle antreten.
HSG Konstanz: Konstantin Pauli, Adam Studentkowski (1) (beide Tor); Michel Stotz (3), Aron Czako (2), Sven Iberl (4), Lars Michelberger (8/2), Philipp Hlawatsch (2), Jo Knipp, Maxim Pliuto (1/1), Jan Stotten (3), Nikita Pliuto, Lukas Dietrich, Xeno Müller, Janne Pietrusky (5).
Zuschauer: 185.
Quelle: PM HSG Konstanz