Auf Augenhöhe mit dem Meister

07.09.2026 12:00

Die HSG Konstanz lieferte dem schon im Wettkampfbetrieb steckenden Meister SV Salamander Kornwestheim in ihrem ersten Spiel ein Duell auf Augenhöhe – Nuancen entschieden jedoch für die wohl cleverste und eingespielteste Mannschaft der Liga (38:33/19:18).

Gegner macht keine Fehler

Viel vorgenommen hatte sich die HSG Konstanz nach einer starken Vorbereitung. Dass Testspiele Testspiele sind, wusste man vorher. Dennoch waren die Intensität und Wucht, die der Meister aus Kornwestheim von Beginn an an den Tag legte, schon beeindruckend. Vom Start weg zeigte sich das große Plus des Teams von Dr. Alexander Schurr: Die letztjährige Meistermannschaft blieb komplett zusammen, jeder weiß, wie sich sein Mitspieler bewegt und verhält. Diesen Vorteil spielten die „Lurchis“ gerade in den entscheidenden Phasen eindrucksvoll für sich aus. „Die machen einfach keine Fehler“, sagte Rechtsaußen Lukas Dietrich. Was seinem Team nicht immer gelang. Dazu fehlen – noch – die Wiederholungen und das blinde Verständnis auch unter Stresssituationen.

„Zu hundert Prozent zufrieden mit Einstellung und Kampfbereitschaft“

So betonte Ralf Bader später auch: „Ich bin zu hundert Prozent zufrieden mit der Einstellung und der Kampfbereitschaft – vor allem, wenn das Spiel nicht für einen läuft.“ Er erkannte die „sehr gute Leistung“ des Gegners an und lobte sein Team dafür, dass es nie aufsteckte und bis zum Schluss alles versuchte. Auch ohne die gewichtigen Ausfälle des Quartetts Luca Schwormstede, Jannik Hohlweg, Jonas Hadlich und Tim Enninghorst sowie der frühen Disqualifikation von Arion Czako zeigte sich Konstanz frech, kampf- und spielstark. Vor allem in der Deckung wusste die HSG zu gefallen und arbeitete um jeden Zentimeter. Nach etwas mehr als fünf Minuten brachte so der starke, achtmal erfolgreiche Linkshänder Jan Stotten unter großem Jubel des laustarken Konstanzer Fanblocks seine Farben mit 3:2 in Front. Auch nach zehn Minuten durfte dieser feiern und sich über den 7:6-Führunsgteffer durch Nikita Pliuto freuen. Es entwickelte sich ein rassiger, temporeicher Schlagabtausch, in dem sich die Gäste zwischenzeitlich mit 12:9 absetzen konnten. Dann kam die Rote Karte nach einer unglücklichen Aktion von Czako und etwas Unruhe in das Konstanzer Spiel. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzen die Württemberger die numerische Überlegenheit und kurze Konfusion zu einem 3:0-Lauf und der eigenen Führung. Mit 19:18 ging es in die Kabinen.

Kurze Schwächephase entscheidet das Spiel

Auch nach der Pause stemmte sich die HSG mit großem Einsatz gegen den Ligafavoriten. In Nuancen machten sich jedoch die zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen kleinen Unterschiede bemerkbar. Kornwestheim spielte weiter ruhig und ohne Druck auf – Konstanz geriet in einer kleinen Schwächephase entscheidend ins Hintertreffen. Ein paar technische Fehler in Folge ließen den Gastgeber von 27:25 auf 32:25 davonziehen. „Dazu kamen die Abpraller zum Gegner und auch ein wenig Pech“, konstatierte Dietrich und meinte damit etwa Pfostentreffer, die auf der einen Seite in den Händen des Abwehrspielers landeten, auf der anderen über den zweiten Versuch allerdings doch noch im Netz. Bestes Beispiel dafür war ein Alu-Kracher der HSG, der am Rücken des straken SCK-Schlussmanns Christoph Eibert landete – nicht aber abprallte, sondern hinter ihm liegen blieb.

Seit Oktober 2025 daheim ungeschlagen

„Nicht zufrieden bin ich mit individuellen Leistungen“, legte Bader den Finger in die Wunde und sprach die Schwächephase an, die mögliche Punkte kostete. „Weil ich weiß, dass die Jungs das besser spielen können“, so der HSG-Coach. „Damit ist“, resümierte er, „der größte Unterschied zwischen uns und Kornwestheim auch erklärt: Die haben keine Schwächen gezeigt, wir hatten zwei, drei kleine Phasen, in denen wir leichte Fehler machen. Die werden brutal bestraft.“ Seine junge Mannschaft versuchte danach noch einmal mit aller Macht zurückzukommen, bemühte angesichts der verrinnenden Zeit aber auch etwas zu sehr die Brechstange und wirkte zu überhastet. „Damit geht der Sieg für Kornwestheim auch in Ordnung, über die Höhe kann man sprechen, ob es nicht enger war“, so der 45-Jährige. Seit Mitte Oktober vergangenen Jahres sind die Kornwestheimer nun in eigener Halle ungeschlagen.

Große Unterstützung von den Rängen

Mit Blick auf die beiden kommenden schweren Auswärtsspiele in Bittenfeld am Samstag und eine Woche später in Regensburg wollte er die Partie allerdings als Arbeitsgrundlage für die nächsten Aufgaben sehen und nicht als Enttäuschung. „Wir haben vieles gut gemacht, aber es gibt andere Dinge, die wir noch besser spielen müssen. Am besten am kommenden Samstag.“ Dass sich die HSG wieder über einen derart zahlreichen und lautstarken Support freuen durfte, möchte man dann mit Punkten zurückgeben. „Es war toll, so viele Menschen in Gelb und Blau auswärts auf der Tribüne zu sehen. Das ist eine riesige Freude und braucht die junge Mannschaft auch“, so Bader.

HSG Konstanz: Adrian Lehmann, Adam Studentkowski (beide Tor); Michel Stotz (5), Aron Czako (2), Sven Iberl (3), Lars Michelberger (3), Philipp Hlawatsch (1), Jo Knipp, Maxim Pliuto (8/5), Jan Stotten (8), Nikita Pliuto (2), Lukas Dietrich, Xeno Müller, Janne Pietrusky (1).

Zuschauer: 500.

 

Quelle: PM HSG Konstanz

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